
Südafrika
Zwischen Elefanten und Giraffen

Südafrika
Zwischen Elefanten
und Giraffen
2016 habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt: Eine Safari in Südafrika. Zehn Stunden Flug – schnurstracks gen Süden – und plötzlich war da diese andere Welt: warme Luft, unend-liche Weiten die ich so noch nie zuvor gesehen hatte und das Gefühl, dass jeden Moment etwas Unglaubliches passieren könnte. Drei Wochen waren wir als Gruppe unter-wegs. Unser Guide war sagen wir: ein ganz eigener Charakter. Manchmal etwas zu vertraut mit dem Glas, gelegentlich auf Kriegsfuss mit seiner eigenen Organisation (inklusive „Pass vergessen“-Momenten) und Fragen beantwortete er eher in der Kategorie mürrisches Schulterzucken als begeisterte Wissensvermitt-lung. Nach der Hälfte der Reise beschloss die Gruppe des-halb fast einstimmig: Neuer Guide, neuer Vibe.


Und ehrlich – es war die beste Entscheidung. Denn ab da fühlte sich die Reise endgültig an wie ein kleines Wunder. Wilde Löwen haben wir zwar leider nicht zu Gesicht be-kommen – aber dafür bekamen wir etwas anderes: Tier-momente am laufenden Band. Zebras, die wie gemalt über die Ebene zogen. Giraffen, die mit ihrer Ruhe alles um sich herum entschleunigten. Elefanten, die so nah wirkten, dass man fast ihren Atem spüren konnte. Dazu Gnus, Nilpferde, Impalas, Warzenschweine – und ständig dieses „Hey, schaut mal da rüber!“ aus irgendeiner Ecke des Jeeps. Manchmal stand sogar ein Nyala seelenruhig direkt neben unserer Lodge, als würde es selbst dort nächtigen. Und als wäre das alles noch nicht surreal genug, hatten wir einmal Besuch im Zimmer: Affen. Diese haben leider auch gewisse Spuren hinterlassen aber das lass ich jetzt mal so stehen.
An ein paar Momente von dieser Reise denke ich besonders
oft zurück – weil sie sich anfühlen wie Filmszenen, nur eben echt. Zum Beispiel gleich bei der Abfahrt aus einer der unzäh-ligen, wundervollen, landestypischen Lodges: Wir rollten los, und vielleicht hundert Meter lang wurden wir begleitet. Sechs Giraffen liefen neben uns her, als hätten sie beschlossen, uns persönlich zu verabschieden. Diese langen, ruhigen Schritte, die eleganten Hälse über den Büschen – ich sass da und dach-te nur: Wow. Das passiert gerade wirklich.


Nach Südafrika ging’s für drei Tage weiter nach Simbabwe,
zu den Viktoriafällen. Unser Hotel lag nur etwa fünfzehn
Gehminuten entfernt – perfekt für spontane „Wir laufen
mal schnell hin“- Ausflüge. Auf dem Weg dorthin sahen wir zwei Touristen am Strassenrand stehen, die konzentriert in
den Busch starrten. Natürlich waren wir sofort neugierig
und liefen ebenfalls rüber. Und dann standen sie da. Zwei riesen Elefanten. Kein Gehege. Kein Sicherheitsabstand.
Nur meine Mom, ich – und diese zwei gigantischen Tiere, vielleicht zehn Meter von uns entfernt. Mein Herz machte einen Satz. Es war gleichzeitig angsteinflössend und unfas-
sbar beeindruckend, so nah an dieser stillen, rohen Kraft zu sein. Für einen Moment vergass ich sogar zu atmen. Ich wol-
lte die Kamera zücken – aber ich liess es. Nicht, weil es nicht das perfekte Foto gewesen wäre… sondern weil der Respekt plötzlich grösser war als der Wunsch nach dem Shot. Manche Bilder gehören nicht auf die Speicherkarte, sondern direkt ins Herz. Wie auch diese 3 Wochen einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen eingenommen haben.

























